Graffiti leitet sich aus dem griechischen Wort „graphein“ ab, was so viel bedeutet wie schreiben oder zeichnen. Graffiti ist ein Sammelbegriff für Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit Hilfe verschiedener Techniken auf Oberflächen oder durch die Veränderung der Oberflächen im privaten, meist im öffentlichen Bereich erstellt werden. So viel vorab zur Herkunft des uns allseits bekannten Wortes „Graffiti“.
Graffitis sprayen ist ohne offizielle Genehmigung illegal, da sie oft als Form des Vandalismus betrachtet werden. Viele Sprayer schmieren Texte und Krakeleien an die Hauswände ohne einen tieferen Sinn dahinter zu verbergen. Doch richtige Graffiti haben sehr viel mehr mit Kunst, als mit Vandalismus zu tun.

Es gibt eine Reihe von Graffiti-Künstlern, die das Handwerk des Sprühens perfekt beherrschen. Einer von Ihnen, und wohl auch der bekannteste unter den Sprayern ist Banksy. Sehr viele von euch werden schon einmal ein Banksy-Bild gesehen haben. Vor allem in Hamburg und Berlin sind auf Häuserwänden oft Bilder von dem bekannten aber dennoch geheimnisvollen Graffiti-Künstler zu betrachten. Er verwendet beim sprayen meist Schablonen, die das Bild zum Teil gestochen scharf und echt aussehen lassen.

Bei seinen Graffiti bedient Banksy sich der Kommunikationsguerilla, eine Art Aktivismus, bei der Informationen auf künstlerische Weise publiziert werden, um ein Ziel zu erreichen. Mit seinen Graffiti will er vor allem eine alternative Sichtweise auf politische und wirtschaftliche Themen bieten.
Ein Beispiel dafür ist das Bild eines sich, mehr oder weniger, umarmenden Paares.

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Dies ist vermutlich eine Anspielung auf das heutige Zeitalter und die Veränderungen die Handy´s, die ständige Erreichbarkeit sowie das Internet und den Zugriff auf alle Informationen an jedem Ort und zu jeder Zeit, mit sich bringen.

Mit einem weiteren Bild an einer Hauswand nimmt er das Verbot Graffiti zu sprühen, auf den Arm. Ein Kind, stehend auf dem Rücken eines anderen Kindes, streckt sich nach einer Spraydose, welche auf einem Verbotsschild für Graffiti abgebildet ist. Auf ironische Weise versucht er eine Botschaft zu vermitteln, die der Interpretation freien Lauf lässt.

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Neben den Schablonen-Graffiti hängt er seine Arbeiten heimlich in Museen verschiedener Städte auf. Auf diese Weise hingen im Londoner Tate Modern, New Yorker Museum of Modern Art sowie im Louvre in Paris, Kunstwerke von ihm. Viele davon verblieben sogar einige Tage an dem Ort, an dem Banksy sie aufgehängt hatte – komplett unbemerkt von den Kunstausstellern.

Banky´s Identität ist fast vollständig unbekannt. Es wird nur über seine Vergangenheit gemunkelt. Er ist höchstwahrscheinlich 1974 in Bristol geboren und heißt mit bürgerlichen Namen Rob Banks. Daher auch die Abkürzung Banksy als Künstlernamen. Seine Werke sind eine Inspiration für viele Nachwuchskünstler. Er selbst ließ sich von Blek le Rat, welcher als Urvater der Schablonenkunst gilt, inspirieren.  Dessen Bild „Frau mit Kind“ hat es sogar 2012 auf die Liste der sächsischen Denkmäler geschafft.

Banksy und sein Vorbild Blek le Rat sind beste Beispiele dafür, dass Graffiti und Street Art nicht nur Verunstaltungen des Stadtbildes sein können – sie verschönern unsere Straßen und lassen darüber hinaus zum Nachdenken anregen.